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Wuff...wuff...sali mitenand!
Nach einer wohlverdienten Verschnaufpause, muss ich schon eingestehen: Es waren wirklich vier tolle Tage, die ich mit euch Zweibeinern verbringen durfte. Angefangen hatte es mit einer ausgedehnten und liebvollen Begrüssung. Alle umarmten und küssten sich, auch ich wurde herzlich aufgenommen.Für die Akzeptanz meines "Hundeseins", dafür möchte ich mich noch einmal bei allen Beteiligten mit einem fröhlichen Schwanzwedeln herzlich bedanken. Dann folgte das Besteigen, im wahrsten Sinne des Wortes, des Luxusbusses. Denn meine Beinchen kamen fast nicht die steile Stiege hinauf. Ich konnte meinen Augen kaum trauen was ich da sah, die vielen bequemen Plätze und die schöne Sitzecke mit Tisch. Ich wusste gar nicht wo ich mich platzieren sollte. Ich war froh, dass mir diese Entscheidung mein "Adoptivmami" abnahm. Verzeiht mir bitte, ihr seit alle so lieb zu mir gewesen, aber ich wollte einfach bei meinem "Mami" sein. Sie hat mich aus dem Tierheim geholt, wo ich von einer Schweizerin aus der Tötungsanstalt in Ibiza gerettet wurde. Darum will ich immer in ihrer Nähe bleiben, ich möchte sie und mein zu Hause nie mehr verlieren. Das war auch der Grund, warum ich Stuttgart schon kannte, denn dort bin ich gelandet und wurde von meinem "Mami" abgeholt.
Die Stimmung war vom ersten Augenblick an im Hoch und wurde durch den gemeinsamen Apéro nochmals gesteigert. Ja, ich muss schon sagen, ich bin da in eine recht feuchtfröhliche Bande geraten. Vor allem der "Tätschmeister", ein etwas vollschlanker, älterer Herr hat es Faustdick hinter den Ohren. Nach der Begrüssung und Vorstellung des fast "Flugzeuges", rief er alle zu Tisch. Auf los gings los, mit Champagner und Torta di Pane aus Lilias Hausbäckerei. Es gab aber auch "Blöterliwasser" und auch davon tranken einige ganz brav. Schon beim ersten, kurzen Stopp sausten die zwei Süchtigen wie die Feuerwehr aus der Raucherfreienzone und einige suchten das WC auf, kamen aber unverrichtigter Dinge zurück mit einem bedeutungsvollen Abwinken. Ich erledigte mein "Geschäftli" schnell auf der Wiese.
Nach der Ankunft in Heidelberg bezogen wir das Zimmer. Du meine Güte, war das gross und schön, ich war ja zum ersten Mal in einem Hotel. Die zwei riesen Betten, ich wusste gar nicht wo ich mich hinlegen sollte. Bei dem vielen Platz verirrte ich mich fast und dies gleich zweimal. Allerdings die Nachtruhe brauchte ich dringend für meinen Schönheitsschlaf. Da ein paar ganz Angefressene, mich und "Mami" überredeten, nach dem Nachtessen zu Fuss "ca. 1 Std," ins Hotel zu marschieren. Ich war ko! Am nächsten Tag erfrohr ich beinahe bei der Stadtbesichtigung, es war saukalt und ich hatte meinen neuen Wintermantel noch nicht angezogen. Doch dann bekam ich eine tüchtige Aufmunterung, ich traf einen schnuseligen Hundemann und wir mussten ausgedehnt bellen und uns gegenseitig beschnuppern. Jedoch seine ältere, mollige Begleiterin, um nicht zu sagen "dicke Zicke" hatte etwas dagegen und kläffte wie eine verrückte in die Gegend. So mussten wir uns viel zu schnell wieder trennen, denn auch ich wurde an der Leine weggezogen. Oh war der süss.....! Es hatte überhaupt jede Menge Hunde aller Rassen und Grössen, einfach super und die Menschen waren alle sehr lieb zu mir. Für einige der Gruppe schienen die Läden wie ein Magnet zu wirken, sie wurden automatisch hineingezogen. Lilia sorgte für uns alle, denn Scherben bringen bekanntlich Glück! Ihre Tasche war fast grösser als das kleine Geschäft und mit einem kurzen, stilvollen Dreher passierte es und da lag die Beschehrung, "pups und kaputt". Nach diesem aufregenden Tag sind wir vor dem Essen nur noch kurz Gassi gegangen und ehrlich gesagt mir reichte es vollauf. Auch am zweiten Abend roch es unheimlich gut was die verspeisten. Ich bin jedoch eine wohlerzogene Hundedame und lasse das Betteln konsequent. Mein Interesse konsentrierte sich auf die Steicheleinheiten, sowie den netten älteren Hundeherrn in dem Lokal. Ich fleurtete auch mit den Tischnachbarn und die hatten ihre wahre Freude daran. War ich froh als wir per Taxi nach Hause fuhren. Ich wollte nur noch eines, schlafen, schlafen.....! Ich konnte es nicht fassen, dass es da noch einige Unermüdliche gab, die an der Hotelbar einfach nicht vorbei kamen.
Am nächsten Morgen verweigerte ich sogar das Frühstück, ich war immer noch todmüde und nur mit viel Ueberredungskunst brachte mich mein "Mami" aus dem Bett. Aber auch sie hatte ihre wahre Mühe. Wir trafen uns vor dem Car und fuhren dann gemeinsam nach Speyer. Im Car bekam mein "Mami" von Ruedi die Reiseverpflegung in Form von den gewünschten Bananen, die sie mit grosser Freude und Dankbarkeit entgegen nahm. Die Besichtigung des Doms musste leider ohne uns stattfinden, denn ich durfte nicht hinein. Was ich überhaupt nicht verstehen kann, auch ich bin doch ein Geschöpf Gottes!!! Oder? Es war so kalt und wir konnten unmöglich die ganze Zeit draussen spazieren, da wären wir glatt zwei "Isstängeli" geworden. Ich hatte ja mein "Geschäftli" in eiles Tempo schon erledigt. Doch Ruedi hat ein gutes Herz und erbarmte sich unser. Er begleitete uns zwei durch die Stadt, wo wir ein wunderschönes, altes Weinlokal fanden. Gemütlich sassen wir dort bei einem "Cüpli" und schon kam der nächste Hilferuf durchs Handy. Er lotste die Beiden zu uns und etwas später die ganze Truppe.
Am Nachmittag fuhren wir nach Schwetzingen, wo dann der Frauenschwarm Peter zu uns stiess. Dann stand die Schlossparkbesichtigung auf dem Programm. Aber es war wie verhext, genau gegenüber war eine Brauerei mit einer Gaststube. Die sahen das Schloss gar nicht mehr und schwups die wups, wie im Märchen, sassen alle drinnen mit einem Bierkrug in der Hand. Mich fragt ja keiner, ich wäre viel lieber in den Schlosspark gegangen. Bevor ich richtig begriff was mir da geschah, sass ich auf dem Schoss einer sehr schönen Lady und mein "Mami" ging ohne mich auf das stille Oertchen. Ich war entsetzt und konnte das alles gar nicht geniessen. Meine Gedanken kreisten im Kopf herum, wann kommt sie wieder. Doch der grausame Spuk war schnell vorbei und schon ging es wieder weiter. Am Abend floss der Wein und es herrschte eine fröhliche, ausgelassene Stimmung, es wurde viel geschwatzt und gelacht, bis wir dann alle gemeinsam ins Hotel fuhren. Dort lockte die Bar und da es die letzte Gelegenheit war, nutzen diese die Meisten, einige sehr ausgedehnt.
Nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntag mussten wir uns schweren Herzens von Rosmarie und Peter verabschieden. Wau... Wau... es war so schön in Heidelberg.!!!
Die Mittagspause verbrachten wir im Elsass. Es dauerte und dauerte bis die Zweibeiner endlich das Essen bekamen, ich hatte meines schon längst verdrückt. Dann stürzten Rosmarie und wir beide in ein Geschäft, wo es so gute Süssigkeiten gab, dass wir Zeit und Raum vergassen. Vollgepackt mit Gugelhupf, Christstollen usw. kamen wir beim Car an, wo man uns vorwurfsvoll erwartete. Am Ende der Reise, beim Abschied nehmen, war mein kleines Hundeherz schon etwas traurig. Na ja auch gut, es ging wieder Richtung Appenzellerland, wo schon der erste Schnee lag und ich am nächsten Morgen nach Herzenslust im Wintermantel den Schneebällchen nachspringen konnte.
Zum Schluss muss ich allen Beteiligten ein Sträusschen winden. Es war einfach toll mit Euch unterwegs zu sein, ihr wart immer gutgelaunt und es gab keine Unstimmigkeiten, obwohl ihr manchmal, nach meiner Auffassung, eines über den Durst getrunken habt. Nie war jemand ausfallend oder unanständig. Man spührte einfach wie gut ihr euch alle versteht. Kurz gesagt ihr seid eine super Truppe. Für mich waren es schöne, glückliche und unvergessliche Hundetage in Heidelberg. Ich habe fast mein Herz in Heidelberg verloren. mmm der Süsse....
Nimmt mich wohl mein "Mami" das nächste Mal wieder mit? Oh mini Nerve!!!
Ein dreifaches Wuff, wuff, wuff an alle Beteiligten. Die Daheimgebliebenen kann ich nur bedauern, für all das was sie versäumten.
Ihr wisst ja, wie schön ich auf zwei Beinen stehen kann! Ein Winke, winke... und liebe Hundegrüsse mit nassen Küsschen
Euer Maskottchen Piccola
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