club 45
Club 45 c/o Hans Frei, Postfach 125, 8042 Zürich

   

 

 

 

Club 45 in Heidelberg

Die Begrüssung am Car-Parkplatz Sihlquai geht von mal zu mal schneller, denn der harte Kern kennt sich nicht nur schwach vom sehen, nein auch die Namen sind langsam geläufig. So geht's bald los und nach einer halben Stunde sind wir schon auf deutschem Boden: Grund genug, sich an den ovalen Tisch im Fond des Cars zu setzen, die erste Flasche zu öffnen, und die selbstgebackene Torta di pane aus dem Tessin zu geniessen. - danke liebe Lilia! Und das hübsche Hündchen Piccola von Ursula? Es antwortet nur mit einem gelangweilten Seufzer auf die Frage: "Chasch du eigentlich au Tüütsch?" Beim Anstossen und Einweihen des diesjährigen Klassenausfluges stellt man allerdings mit Schrecken fest, dass wir eine Teilnehmerin mitführen, die sich wohl eingeschlichen haben muss. Oh nei, mini Nerve! Ihr angeblicher Beweis, ein Klassenfoto aus fernen Zeiten mit einem Lehrer, der mit Sicherheit nicht Steinmann heisst, macht die Sache auch nicht einfacher. Aus humanitären Gründen - und da die ersten Gläser ihre Wirkung tun - wird auf ein Absetzen an der nächsten Autobahnraststätte verzichtet. So kann Brigitta vorläufig die Reise mit uns weiterführen.

Heidelberg, Hotel Marriott - und da begrüsst uns auch schon unsere Gastgeberin Rosmarie. Nach dem Zimmerbezug geht's ab in die Altstadt. Bei der "alten Brücke" im Restaurant Nepomuk passiert dann das erste Missgeschick: die "übereifrige" Servirtochter kippt Hans den Weissein über den Rücken. Der Arme hätte den feinen Tropfen lieber im Glas gehabt! Stimmung gibt's trotzdem! So hört man z.B. die Frage ...wie alt bisch dänn du eigentlich...?

Das Frühstückbuffet am Freitagmorgen verführt uns bis zum Geht nicht mehr und weckt auch den letzten Nachtschwärmer. Für die Stadtführung trifft man sich beim Brückenaffen bei der "alten Brücke",  die eingentlich - nun wissen wir's - Karl-Theodor-Brücke heisst. Wir lernen den Hofknicks kennen, erfahren, weshalb ein Schlitzohr zum Schlitzohr wird, wissen nun woher der Ausdruck die Sau rauslassen kommt, staunen weshalb die Heidelberger Studenten von anno dazumal sich relativ gerne in den Studentenkarzer einlochen liessen ... und zu guter Letzt der Heidelberger Kuriositäten nehmen wir noch an der Hochzeit von Lilia und Jürg teil. Kein schlechter Höhepunkt!

Zum Mittagessen gibt's Flamkuchen und für Hans einen Knochen zum abnagen. Piccola wäre vor Neid erblasst, wenn sie den gemütlichen Lunch nicht verschlafen hätte. Jetzt aber rauf zum Schloss oder besser gesagt zur Ruine und in den Schlosspark. Das Klassenfoto mit der wunderschönen Aussicht auf die Altstadt und auf den Neckar wird von einem Touristen geknipst und ganz nebenbei lernen wir von Rosmarie, dass man fürs Lächeln besser money sagt, statt cheese. Das Resultat lässt sich sehen!

Unser Chauffeur - der dritte Ruedi - erwartet uns schon und fährt duchs romantische Neckartal nach Neckarsteinbach, wo unsere Fluusfahrt mit dem Kursschiff beginnt. Bald stehen Flaschen und Gläser und ein Imbiss auf dem Tisch, offeriert von einem "Mädchen", das auf diesem Klassenausflug leider nicht mitgekommen konnte. Vielen Dank, Margrit W., wir haben auf dein Wohl und für schöne Ferien in Mexico angestossen! Durch zwei Schleusen geht es dann gemütlich flussabwärts und die technisch Interessierten, die Romantiker, aber auch die Schwatzhaften kommen ganz auf ihre Rechnung.

Das Abendessen im Restaurant Zur Herrenmühle in Heidelberg bleibt unvergesslich: freundliche und aufmerksame Bedienung, ein super Z'nacht, ein fantastischer Wein und natürlich das zweite Missgeschick. Ein Weinglas kippt um und mit Dominoeffekt nimmt es gleich noch das Mineralwasser mit. Oh nei, mini Nerve! Mit guter Reaktion und viel Servietten wird die Situation gerettet. Kurz vor dem Schlummertrunk lernen wir auch Butz, der Ehemann von Rosmarie, und einer seiner besten Witze kennen: Drei Munis weiden auf der Alp und sehen weiter unten drei junge Kühe grasen. Sagt der Jüngste: Kommt, wir gehen da runter, so kann sich jeder von uns einer dieser Hübschen knabbern." Darauf der Mittlere: "Nur mit der Ruhe, wenn die  was von uns wollen, so können sie ja rauf kommen." Nach kurzen überlegen muht der Senior: "Ich glaube wir grasen besser hinter jenem Busch, so sehen sie uns nicht!"

Der Samstag fängt mit einem kulturellen Höhepunkt an: Das Weltkulturdenkmal Kaiser und Mariendom in Speyer zeigt sich in voller Pracht. Beeindruckens die Entstehungsgeschichte, die Grösse und die stilvolle Renovation des Doms; aber auch der Haarschnitt der Führerin. In der Zwischenzeit haben sich fleissige Pfadfinder schon auf die Suche der besten Kneipe fürs Mittagessen gemacht. Mit Erfolg! Ein wunderbares Essen (natürlich Flamkuchen) und ein Glas einheimischer Wein bringt uns wieder auf de Boden des 21. Jahrhunderts. Für Shopping bleibt nicht mehr viel Zeit, denn Ruedi erwartet uns mit seinem Bus.

Es geht zuerst nach Schwetzingen. Darauf haben sich die Frauen schon lange gefreut. Küsschen, Küsschen, Küsschen und zwar drei mal, auch wenn wir in Deutschland sind, so wird jetzt Peter auf gut schweizerisch Willkommen geheissen! Auf den neu dazu Gekommenen muss natürlich angestossen werden. Und nochmals kommt man haarscharf am Shopping vorbei, denn kaum befinden wir uns wieder im Freien, so wird alles dicht gemacht und unser Versuch, doch noch ein paar Euros in der Geschäftsstrasse zu verteilen, wird mit einem freundlichen Kopfschütteln quittiert.

Im hübschen Städtchen Ladenburg, mit den vielen kunstvoll renovierten Riegelbauten, suchen wir dann das Restaurent Zur Sackpfeife. Hier wollen wir nochmals kulinarisch verwöhnt werden. Ein wunderbares Haus, eine "lustige" Serviertochter ("...aber Sie haben ja schon die erste Flasche probiert...?) und natürlich das dritte Missgeschick begleitet uns an diesem Abend. Wer sich nun nicht mehr an das dritte Mittgeschikt erinnern kann, der war vielleicht zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen ... äh ... na ja ... vielleicht man sich noch an den: Ein alter Mann geht um Mitternacht schwankend heimwärts. Der Polizitst: "Sie söttet e chli besser uf sich ufpasse." - "Ja wüssed sie, ich bin ebe ufere Klassezämekunft gsi" - "ufere Klassezämekunft? Sind dänn no vil vo irere Klass am läbe?" Darauf das Mannli: "Nänei, ich bi der Einzig!" Zum Abschluss an die Hotelbar - bitte jetzt keine Details mehr!

Am Sonntagmorgen, kurz nach dem gemeinsamen Frühstück, heisst es Abschied nehmen von Rosmarie und Butz - vielen herzlichen Dank für die Organisation und für alles, was ihr zum Gelingen dieses Klassenausflugs beigetragen habt - und auch Peter - er hat uns alle gefreut, dass du gekommen bist und danke für das Trinken, das du gesponsert hast. Die Heimfahrt, mit einem Abstecher nach Riquewihr, im Elsass, mitten in den französischen Weinbergen geht kurz und schmerzlos. Endlich ein bisschen Zeit um Euros auszugeben.

Und wenn du einmal den Schämpis aus der Flasche mit den vielen Unterschriften und Erinnerungen geniesst, so denke an die erlebnisreichen, schönen Tage in Heidelberg und an unseren Koordinator Hans -Vielen Dank auch dir!

Euer Ruedi Kienast

PS: Falls du den Unterschied zwischen einem frisch verliebten, einem kurz verlobten und einem schon einige Jahre verheirateten Pärchen nicht kennst, so empfehle ich dir dringend auf dem nächsten Klassenausflug mitzukommen! Jä nei, mini Nerve!!!