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Reisebericht
Donnerstag
Zur Mittagszeit trafen wir uns, 11 weibliche und 5 männliche, ehemalige Schüler am Carparkplatz Sihlquai. Für einige begann hier schon das grosse Rätselraten, wer ist wer. Wir hatten hier viel Zeit um einige Erinnerungen aufleben zu lassen, denn unser Car hatte ziemlich Verspätung. Der arme Chauffeur wurde zuerst von der Polizei kontrolliert und anschliessend blieb er im Stau, wegen eines Unfalls im Gubristtunnel, auf der Autobahn bei Dietikon stehen. Gegen 13 Uhr ging es los Richtung Salzburg. Beim Autorastplatz vor St. Gallen wartete doch noch Ursula. Sie war sehr erleichtert als wir eintrafen. Sie konnte im wahrsten Sinne des Wortes während dem Warten das Zigeunerleben erfahren. Eine Zigeunersippe hatte sich auf dem Parkplatz häuslich niedergelassen und die Frauen wuschen grosse Wäsche am Brunnen.. Die Kinder bettelten und für Ursula war es eine etwas ungemütliche Situation. Mit der Weiterfahrt war eigentlich das letzte Problem behoben und so ging die Reise gutgelaunt und vollzählig weiter. Via Arlberg ging es schnell voran Richtung Innsbruck. Für den kleinen Hunger hatte Lilia eine "gluschtige" Ueberraschung für uns bereit. Jedes erhielt ein schönes Päckli. Der Inhalt war ein Stück „torta di pane“, also eine echte selbstgebackene Tessinerspezialität (Rezept Torta di pane). Beim ersten Halt an der schönen Raststätte nach Landeck floss bereits der erste Champagner durch unsere trockenen Kehlen, denn in Oesterreich darf Alkohol ausgeschenkt werden und keiner von uns musste ja fahren. Ohne weiteren Zwischenhalt erreichten wir am Abend unser Hotel Neutor in Salzburg. Das Abendessen genossen wir in der Altstadt in der Braustube Sternbräu. Nun kam er, unser Peter Dolder, den wir mit Freude erwartet haben. Für ihn war es etwa so wie: Wetten, dass ich den falschen Name der falschen Person zuteile. Er löste die Aufgabe fast ohne Fehler. Peter war nie an eine Klassenzusammenkunft gekommen, mit andern Worten, ein Teil von uns hat er fast 50 Jahre (!!!) nicht mehr gesehen. Gegen Mitternacht verschoben wir uns ins Hotel und für ein paar unermüdliche ging es noch sehr feuchtfröhlich an der Bar weiter.
Freitag
Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhren wir ca. 10 Uhr zum Schloss Hellbrunn. Dieses „Lust“ Schloss ist ja berühmt für seine Wasserspiele und war wohl im letzten Jahrhundert so eine Art „Vergnügungspark“, für was auch immer!!! Woher stammen nur all die verrückten Ideen, um so eine Parkanlage zu gestallten. Ich glaube niemand kam ganz trockenen Fusses durch den Park. Anschliessend fuhren wir wieder zurück nach Salzburg und von Peter wurde uns das Mittagessen in der Theaterkantine offeriert. Um nicht die Kantine zu blockieren, wurde einfach das Kellertheater umfunktioniert zur Gaststube. In diesem Theater gab es weder Tisch noch Stuhl zweimal. Es war ein ganz besonderes Vergnügen in dieser speziellen Atmosphäre, Speis und Trank zu geniessen. Alle die das riesige Wienerschnitzel gegessen hatten, waren voller Lob an die Küche, denn so gute Schnitzel bekommt man ganz selten auf den Teller. Nun freuten sich alle auf den Theaterrundgang. Konnten doch viele das erste Mal hinter die Kulissen eines Theaters sehen. Es ist wirklich beeindruckend, was es so alles gibt und nötig ist für eine Aufführung. Ueber 200 Personen sind am Landestheater fest angestellt. Nach dem ungefähr zweistündigen Rundgang durch das Theater brachen wir auf, durch die Altstadt von Salzburg zum Hotel um uns in Schale zu werfen.
Zurück im Landestheater durften wir die Aufführung des Tanztheaters über das Leben von Tschaikowsky geniessen. In der Pause hatte Peter eine besondere Ueberraschung bereit für uns. In seinem Büro kredenzte er uns als Pausendrink Champagner. Herzlichen Dank Peter. Nach der schönen Aufführung, meldete sich bei den meisten der Hunger und so sind wir schnellen Schrittes zum Abendessen ins Restaurant Stiftkeller St. Peter marschiert. Gegen Mitternacht mussten wir dieses schöne alte Lokal verlassen. Zu schnell verging die Zeit und der Ruf des Kopfkissen lud uns ein, um schlafen zu gehen.
Samstag
Bei herrlichem Wetter, schöner als auf jeder Postkarte, starteten wir Richtung Salzkammergut. Zuerst führte uns der Weg nach Bad Ischl. Bei einem kleinen Stadtrundgang nutzten wir natürlich die Gelegenheit um in einem Strassenkaffee etwas zu trinken und die Sonne zu geniessen. Viel zu schnell ging es weiter Richtung Wolfgangsee. Im berühmten Hotel „Im weissen Rössl“ in St. Wolfgang hatten wir das Mittagessen. Während dem Essen konnten wir zusehen wie Hotelgäste das Bad im abgegrenzten Seepool genossen. Zuerst staunten wir darüber, dass Ende Oktober im Wolfgangsee noch gebadet wird. Die Lösung des Rätsels, der Pool im See wird das ganze Jahr geheizt. Das Essen war ausgezeichnet und wird allen in angenehmer Erinnerung bleiben, sowie die lustig, vorgetragene Geschichte übers „öpis“ von Margrit Rahm. Viel zu schnell mussten wir aufbrechen und wieder nach Salzburg zurückkehren, denn am Abend war ja die nächste Theateraufführung vorgesehen.
Der Zigeunerbaron hat uns alle begeistert. Wir können Euch alle nur zurufen, wer nicht dabei war, der hat etwas verpasst. In der Pause wurden wir wieder von Peter verwöhnt. Anschliessend offerierte uns Peter nochmals ein Essen in unserer ganz speziellen Gaststube des Theaters. Wie schnell die Zeit vergeht, wie im Fluge waren die schönen Stunden vorbei.
Ich möchte hier dem Peter nochmals unseren herzlichen Dank aussprechen. Durften wir doch unvergessliche Stunden in Salzburg verbringen und zwei Theateraufführungen an besten Plätzen geniessen.
Sonntag
Alles Schöne hat leider einmal ein Ende. Und beim Abschied von Peter sind einige feuchte Augen zu sehen. Auch für Peter war dieser Besuch seiner Klasse etwas nicht ganz alltägliches. Jedenfalls hat er uns versprochen in Zukunft, wenn immer möglich teilzunehmen. Die Fahrt ging wieder via Arlberg zurück. Aber eine Ueberaschung hat uns noch Margrit beschert. Wir waren in ihrem Ferienhaus auf dem Gamserberg eingeladen zu einem Zvieriznacht. Wir wurden von Margrit und ihrem Mann verwöhnt mit vielen Köstlichkeiten. Auch Euch vielen herzlichen Dank. So wurde es langsam Zeit sich auf den Heimweg zu begeben, wie schnell vergingen die schönen Stunden und Tage. In Wattwil verliessen uns schweren Herzens Ruth und Ursula, die von ihren Angehörigen abgeholt wurden. Ueber den Ricken führte uns der Weg zurück nach Zürich. Alles Schöne hat auch einmal ein Ende. Vielen viel der Abschied am Carparkplatz nicht leicht, hatten wir doch vier tolle Tage verbracht. Mit Sicherheit behaupten alle, sich jetzt bereits auf unsere nächste Reise nach Heidelberg zu Rosmarie zu freuen.
An dieser Stelle möchten wir es nicht versäumen. noch unseren Carchauffeur Beat erwähnen. In all den vier Tagen hat er uns immer sicher chauffiert, darum gehört auch ihm ein besonderes Dankeschön.
Für Peter Dolder haben wir auf dem Rückwege noch eine Ueberraschung ausgedacht. Die Idee für das Geschenkt lieferte er uns selber. Er erzählte uns eine Geschichte, wie er sich ins gute Licht setzen wollte bei den Mädels. Am Morgen nahm er zur Schule eine frische Semmel aus der Backstube mit und schenkte sie zum Znüni seiner Angebeteten, einmal jedoch mit grossem Misserfolg. Zusätzlich fragte jemand Peter, was er bis heute am meisten Vermisste im Ausland. Seine Antwort war spontan: das gute Brot von zu Hause. Die Bäckerei Gnädinger am Schaffhauserplatz bekam von mir den Auftrag ein sehr grosses Brot zu backen ,als Dankschön an Peter. Nur war es ein sehr spezielles Brot, es wurde nur vorgebacken. Peter konnte anhand der mitgeschickten Backanleitung seiner Barbara bewiesen, in dem er es in kleinere Portionen teilte und fertig backte, dass er ein guter Bäckersohn ist. Die Ironie der Geschichte, bei Gnädinger arbeitet ein österreichischer Bäcker und als dieser erfuhr wer der Empfänger des Brotes ist, muss er ein Wunderwerk erstellt haben und so riesengross, dass ein Postversand ab Zürich nicht mehr möglich war. So beschloss Maria und Georg Gnädinger einen Ausflug nach Bregenz zu machen, um Zollformulare zu umgehen und Versandkosten zu sparen. Sind sie doch selber mit Peters Bruder gut befreundet. Leider gibt es keine Foto von diesem sehr speziellen Brot.
Teilnehmer: Lilia, Brigitte, Esther, Margrit R., Brigitta, Rosmarie, Verena, Ursula, Beatrice, Margrit W., Ruth, Edith, Bruno, Ruedi C., Rudolf K., Jürg, Peter D., Hans |